Augenheilkunde: Stellen, Weiterbildung und Gehalt

Offene Stellen für Assistenzärztinnen und -ärzte in Weiterbildung sowie für Fachärztinnen und Fachärzte in der Augenheilkunde. Weiterbildung, Gehalt und Arbeitgeber finden Sie direkt unter den Stellen.

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Auf einen Blick

Die Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt für Augenheilkunde dauert in Deutschland 60 Monate; je nach Landesärztekammer sind davon 12 bis 24 Monate in der stationären Versorgung Pflicht, der Rest ist auch in Praxis oder MVZ möglich. Fachärztinnen und Fachärzte werden an kommunalen Kliniken nach TV-Ärzte/VKA in die Entgeltgruppe Ä2 eingruppiert, ab 7.552,19 € brutto im Monat (Stand 01.06.2026).

Weiterbildung60 Monate
davon stationär12 bis 24 Monate
Einstiegsgehalt Ä15.722,05 € brutto/Monat
Fachärztin/Facharzt Ä2ab 7.552,19 € brutto/Monat

Stand: 31. Oktober 2026. Allgemeiner Verfahrensstand, ersetzt keine Rechtsberatung.

Wie läuft die Weiterbildung in der Augenheilkunde ab?

Grundlage ist die Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer von 2018, die jede Landesärztekammer in eigenes Recht übernimmt. In der Augenheilkunde unterscheiden sich die Kammern beim stationären Pflichtanteil deutlich: Das Saarland verlangt 24 Monate (WBO Saarland), Brandenburg hat ihn 2025 auf 12 Monate gesenkt (Landesärztekammer Brandenburg).

Der übrige Teil kann in einer Praxis oder einem MVZ mit Weiterbildungsbefugnis stattfinden. Ambulante Befugnisse sind oft kürzer als die volle Weiterbildungszeit, in Berlin zum Beispiel höchstens 36 Monate (Ärztekammer Berlin). Fragen Sie deshalb, für wie viele Monate die Einrichtung befugt ist und wo Sie den Rest absolvieren können.

AbschnittDauerWas dazu zählt
Augenheilkunde gesamt60 Monateunter Befugnis an zugelassenen Weiterbildungsstätten
davon stationär12 bis 24 Monate (je nach Kammer)Augenklinik oder Augenabteilung eines Krankenhauses
ambulant möglichRest der WeiterbildungszeitPraxis oder MVZ mit Befugnis, ambulante Befugnis oft begrenzt

Quelle: Weiterbildungsordnungen auf Grundlage der MWBO 2018 (Saarland, Brandenburg), Befugniskriterien der Ärztekammer Berlin. Abweichungen je Landesärztekammer möglich.

Was verdienen Ärztinnen und Ärzte in der Augenheilkunde?

Das Gehalt hängt vom Tarifvertrag des Trägers ab, nicht vom Fach. Für kommunale Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, Tabelle ab 01.06.2026. Die Stufe steigt mit den Jahren ärztlicher Tätigkeit. Die Augenheilkunde hat weniger Nachtdienste als viele andere Fächer; Kliniken mit Augen-Notdienst arbeiten meist mit Rufbereitschaft. Wichtig: In Praxen und MVZ gilt der TV-Ärzte in der Regel nicht, dort wird das Gehalt frei verhandelt. Fragen Sie nach, ob sich der Vertrag am Tarif orientiert.

Private Klinikketten zahlen meist nach Haustarifen, kirchliche Träger nach eigenen Regelungen wie dem TV-Ärzte-KF (Ä1 im ersten Jahr 5.885 €, Diakonie RWL, ab 01.02.2026). Gehaltsschätzungen von Jobbörsen liegen teilweise unter dem Tarif; vergleichen Sie mit der Tabelle.

EntgeltgruppeStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
Ä1 Ärztin/Arzt (in Weiterbildung)5.722,05 €6.046,42 €6.278,07 €6.679,58 €7.158,37 €7.355,29 €
Ä2 Fachärztin/Facharzt7.552,19 €8.185,40 €8.741,40 €9.065,74 €9.382,33 €9.698,91 €
Ä3 Oberärztin/Oberarzt9.459,56 €10.015,53 €10.810,95 €–––

Monatsbrutto bei 40 Wochenstunden, TV-Ärzte/VKA, gültig 01.06.–31.12.2026, ohne Dienste und Zuschläge.

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Was erwartet Fachärztinnen und Fachärzte in der Augenheilkunde?

Mit der Facharztanerkennung wechseln Sie im TV-Ärzte/VKA in die Entgeltgruppe Ä2: ab 7.552,19 € brutto im ersten Facharztjahr, nach 13 Jahren 9.698,91 € (Stand 01.06.2026). Oberärztin oder Oberarzt (Ä3, ab 9.459,56 €) werden Sie, wenn die Klinik Ihnen ausdrücklich die medizinische Verantwortung für einen Teil- oder Funktionsbereich überträgt.

Haben Sie Ihren Facharzt im Ausland erworben, entscheidet die zuständige Landesärztekammer, ob und wie er anerkannt wird. Bis dahin arbeiten viele Fachärztinnen und Fachärzte als Assistenzärztin oder Assistenzarzt; fragen Sie die Klinik, wie sie Ihre Erfahrung bei Eingruppierung und Aufgaben berücksichtigt.

  • Operative Schwerpunkte: Katarakt, Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, Glaukom- oder Lidchirurgie; viele Kliniken bilden gezielt in einem Bereich aus.
  • Oberarztlaufbahn: Leitung der Ambulanz, des OP-Bereichs oder einer Spezialsprechstunde.
  • Spezialisierung: zum Beispiel Kinderophthalmologie und Sehschule, Hornhaut oder Neuroophthalmologie.
  • Ambulant: Niederlassung oder Anstellung in Praxis und MVZ; die Augenheilkunde ist stark ambulant geprägt.

Wie sieht der Arbeitsalltag in der Augenheilkunde aus?

Die Augenheilkunde verbindet Sprechstunde, Diagnostik und kurze, planbare Operationen. Diese Bereiche prägen die Weiterbildung:

  • Sprechstunde: Untersuchung an der Spaltlampe, Augenhintergrund, Augendruck; viele Patientinnen und Patienten am Tag.
  • Diagnostik: OCT, Gesichtsfeld, Angiographie und Biometrie gehören zum täglichen Handwerk.
  • OP: Katarakt-Operationen und intravitreale Injektionen sind die häufigsten Eingriffe; dazu Lid- und Glaukomchirurgie.
  • Notfälle: Verätzungen, Verletzungen und plötzlicher Sehverlust, oft im Rahmen einer Rufbereitschaft.
  • Kinder und Sehschule: Schielbehandlung und Kinderophthalmologie, häufig zusammen mit Orthoptistinnen.
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Kann ich mit Berufserlaubnis in der Augenheilkunde arbeiten?

Ja, vor allem in Augenkliniken und Krankenhausabteilungen. Die Berufserlaubnis nach § 10 Bundesärzteordnung (BÄO) erlaubt ärztliche Tätigkeit unter Aufsicht approbierter Kolleginnen und Kollegen, auch im Bereitschaftsdienst. Sie ist befristet und oft auf ein Bundesland oder eine Stelle beschränkt; parallel laufen meist das Verfahren zur Approbation und die Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung.

Beim Gehalt gilt seit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts: Wer mit Berufserlaubnis arbeitet, ist Arzt im Sinne des TV-Ärzte/VKA. Sind Klinik und Ärztin oder Arzt tarifgebunden, steht ab dem ersten Tag mindestens Entgeltgruppe Ä1 zu (BAG, Urteil vom 20.05.2026, 4 AZR 98/25).

Ob Zeiten unter Berufserlaubnis auf die Facharztweiterbildung angerechnet werden, entscheidet die zuständige Landesärztekammer. Lassen Sie sich das vor Vertragsbeginn schriftlich bestätigen.

Welche Arbeitgeber gibt es in der Augenheilkunde?

Die Augenheilkunde ist stark ambulant geprägt. Für Ihre Weiterbildung lohnt es sich, die Arbeitgebertypen zu kennen:

ArbeitgebertypTypischer TarifWas Sie erwartet
Augenkliniken an KrankenhäusernTV-Ärzte/VKA, Haustarif oder kirchlichstationäre Weiterbildungszeit, Notfallversorgung, breites OP-Spektrum
UniversitätsaugenklinikenTV-Ärzte TdLSpezialsprechstunden, Forschung, volle Befugnis
MVZ und Praxisverbündemeist frei verhandelthohe Patientenzahlen, ambulante OP-Zentren, oft planbare Arbeitszeiten
Einzel- und Gemeinschaftspraxenfrei verhandeltkonservative Augenheilkunde, Befugnis meist nur für einen Teil der Weiterbildung

Häufige Fragen zur Augenheilkunde

Wie lange dauert die Facharztweiterbildung Augenheilkunde?

60 Monate. Je nach Landesärztekammer sind 12 bis 24 Monate in der stationären Versorgung Pflicht, der Rest ist auch ambulant in Praxis oder MVZ möglich.

Wie viel verdient ein Assistenzarzt in der Augenheilkunde?

An kommunalen Kliniken im ersten Jahr 5.722,05 € brutto im Monat nach TV-Ärzte/VKA (Stand 01.06.2026). In Praxen und MVZ wird das Gehalt meist frei verhandelt.

Was verdient eine Fachärztin für Augenheilkunde?

Nach TV-Ärzte/VKA ab 7.552,19 € brutto im Monat in Ä2, nach 13 Facharztjahren 9.698,91 €. In MVZ und Praxen hängt das Gehalt vom Vertrag ab.

Kann ich die ganze Weiterbildung in einem MVZ machen?

In der Regel nicht: Ein Teil muss stationär stattfinden, und ambulante Befugnisse sind oft auf einen Teil der 60 Monate begrenzt. Viele MVZ arbeiten deshalb mit Kliniken zusammen.

Brauche ich in der Augenheilkunde gutes Deutsch?

Ja. Anamnese, Aufklärung vor Operationen und Befundgespräche laufen auf Deutsch, oft mit älteren Patientinnen und Patienten. Für die Fachsprachprüfung gilt Niveau C1 Medizin.

Zählt die Zeit mit Berufserlaubnis für die Weiterbildung?

Das entscheidet die zuständige Landesärztekammer im Einzelfall. Lassen Sie sich die Anrechnung vor Vertragsbeginn bestätigen.

Sie suchen eine Stelle in der Augenheilkunde?

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Hinweis: Diese Seite gibt den allgemeinen Stand zum 31. Oktober 2026 wieder und ersetzt keine Rechts- oder Tarifberatung. Maßgeblich sind die Weiterbildungsordnung Ihrer Landesärztekammer und der Tarifvertrag Ihres Arbeitgebers.

Änderungen: 31.10.2026 Erstfassung: Weiterbildung mit Kammerunterschieden, Tarif und MVZ-Gehälter, Fachärztinnen und Fachärzte, Arbeitsalltag, Berufserlaubnis, Arbeitgebertypen.